Sau-Logo 2019 Schwule Sau
Mo, 05.04., 15:00 Uhr
Zoom-Party: Torten essen Torten
Kaffee & Kuchen mit Disko Jutta, Glamour-Quiz und fantastischen Preisen

Torten essen Torten Checkliste für unsere Ostermontags-Zoom-Party:

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Die Sau im Winterschlaf? Keineswegs! Update!

Na, seid ihr auch schon dabei, große Skulpturen aus Schnee in der Winterlandschaft zu bauen? Die Ruhe, die selbst von den verschneiten Straßen einer Großstadt derzeit auszugehen scheint, ist ja einerseits faszinierend und schön, aber andererseits auch etwas trügerisch.

Ganz genau so, wie es bei uns derzeit ist: Wer in diesen Tagen in der Schaufelder Straße bei uns entlanggeht, der könnte meinen, dass auch die Sau in einen friedlichen Winterschlaf verfallen ist. Doch das Gegenteil ist der Fall, denn hinter den Kulissen glühen die Telefon- und Internetleitungen!

Wir haben in den letzten Wochen viele Gespräche mit Politiker*innen, Experten und Freund*innen der Sau geführt, Ortstermine und E-Mail-Verkehr gehabt und aus dem Stand heraus Kenntnisse und Einblicke in Bereiche erlangt, von denen wir vor 3 Monaten nichtmal gehört hatten. Viele von euch haben uns geschrieben, sei es öffentlich, sei es auf privatem Wege. Hierfür wollen wir uns nochmals ganz herzlich bedanken! Die überwältigende Resonanz auf unseren Hilferuf hat uns auch ganz persönlich sehr berührt und uns noch mehr darin bestärkt, für den Fortbestand der Schwulen Sau Hannover zu kämpfen!

Was gibt es nun Neues zu berichten? Nunja, substanziell noch nicht sehr viel, da wir erst am Beginn eines vermutlich länger dauernden Prozesses stehen.

Vonseiten der Politik haben wir nach den von uns geführten Gesprächen Rückendeckung erhalten und offenbar haben sowohl große Teile des Stadtrats als auch der Regionsversammlung die Bedeutung der Sau für den Raum Hannover (und darüber hinaus) erkannt.

Derzeit sind wir mit Hochdruck dabei, Akteneinsicht bei der Stadt zu erhalten und so gemeinsam mit den Experten die weiteren Schritte für die Sanierung erarbeiten zu können. Die für uns durchaus positiv verlaufenen Ortstermine haben uns übrigens schonmal hoffnungsvoll und optimistisch gestimmt.

In den nächsten Tagen und Wochen beabsichtigen wir, gemeinsam mit der Stadt die bisherigen Lösungsmöglichkeiten auszuloten und die dringenden Informationen zu erhalten, auf die wir noch warten. Wir sind absolut Willens und guter Dinge, dass diese Gespräche konstruktiv verlaufen werden.

Die Sau muss uns allen erhalten bleiben! Wir versprechen euch, dass wir alles uns Mögliche dafür tun!

Bleibt gesund und genießt das winterlich-verschneite Hannover!

Eure Schwule Sau


Die Schwule Sau ist in Gefahr!

Durch dringend erforderliche Sanierungsmaßnahmen in Millionenhöhe ist die Schwule Sau Hannover zu ihrem 30. Jubiläum akut in ihrer Existenz bedroht.

Durch unsere bewegte Geschichte, die 1991 begann, und unsere nicht gewinnorientierte Arbeit haben wir es zu überregionaler Bekanntheit mit einer bundesweit nur noch selten anzutreffenden Struktur gebracht.

Wir organisieren hier ehrenamtlich nicht nur Partys, sondern auch aufwendig inszenierte Barabende, Konzerte, Lesungen, Diskussionveranstaltungen und Theatervorstellungen. Darüber hinaus sind wir beispielsweise durch unseren Einsatz für queere Geflüchtete und unsere aktive Teilnahme beim CSD Hannover auch auf der politischen Ebene vertreten und bieten queeren Menschen einen geschützten Raum.

Dieser Raum ist nun aber stark gefährdet. Die Stadt Hannover hat im November als Vermieterin klargestellt, dass das Gebäude dringend einer Sanierung bedarf, deren Kosten sich nach üblichen Berechnungsschlüsseln auf über eine Million Euro belaufen. Diese nur grob geschätzten Kosten kann die Stadt nicht übernehmen und deswegen droht uns eine Kündigung des Mietverhältnisses, sollte keine andere Lösung gefunden werden.

Eine Schließung der Sau würde einen dramatischen Verlust für die Queer-Community in Hannover und darüber hinaus bedeuten. Dies gilt es mit allen Mitteln zu verhindern! Wir stehen dazu sowohl mit der Stadt Hannover als auch mit lokalen Vertretern der Politik in Kontakt, in der Hoffnung, gemeinschaftlich eine Lösung zu finden und den Fortbestand der Sau sicherzustellen.

Über neue Entwicklungen halten wir euch wie üblich hier und via Social Media auf dem Laufenden! Solltest du dich übrigens professionell mit der Erstellung von Sanierungsgutachten auskennen (Bedarfsermittlung) und bist willens, uns pro bono eines zu erstellen (dies allein würde nämlich etwa schon 50.000-100.000 Euro kosten), so melde dich gern!


Die Sau muss fegen!

Im Januar des Jahres 1991 richteten ein paar Menschen aus der linken Szene in einem leerstehenden Gebäude auf dem zum ehemaligen Sprengel-Gelände gehörenden, besetzten Areal eine kleine Bar ein und boten einen Schutzraum für queere Menschen. Und so feiern wir in diesen Tagen ein ganz besonderes Jubiläum: Die Schwule Sau wird 30!!!

Historische Aussenansicht

Die eigentliche Geschichte beginnt jedoch schon gute zehn Jahre früher. Der Schokoladenhersteller Bernhard Sprengel verkaufte seine Firma 1979 an seinen Kölner Konkurrenten Stollwerk und die Fabrikgebäude an der Schaufelder Straße standen fortan lange Jahre leer. Aufgrund des Wohnraummangels sollten die alten Bauten neuen Wohnhäusern weichen, doch bevor die Abrissbirne ihre Arbeit verrichten konnte, wurden sie besetzt, in Eigenarbeit wieder hergerichtet und als Wohnraum und zum kreativen Arbeiten genutzt. Nach den Chaostagen Anfang August 1995 wurde bald nicht nur das alternative Wohnprojekt auf dem Sprengel-Gelände legalisiert, auch die Schwule Sau hatte nun einen ordentlichen Mietvertrag und war nicht mehr akut von einer Räumung bedroht.

Über die Jahre entwickelte sich die Schwule Sau immer weiter. Zur Organisation und Durchführung des Betriebs wurde ein Verein gegründet, deren Mitglieder sich ehrenamtlich um den Fortbestand der Sau kümmerten. Seit Juni 2002 gab es die Sau mit der Registrierung der Domain schwulesauhannover.de dann auch digital. Übrigens: Wer wissen möchte, was für ein „Nutzererlebnis“ unsere Homepage damals bot, der findet dort unter Schau-Felder → Ein digitales Antiquariat ein nachgebautes Beispiel.

Normalerweise feiern wir unseren Geburtstag Anfang Januar ja immer mit einer großen Sause und das hätten wir sehr gern auch in diesem Jahr getan. Doch auch hier hat uns die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir hoffen sehr, dass es im Laufe des Jahres eine Möglichkeit gibt, dies im würdigen Rahmen nachzuholen! So müssen wir erstmal individuell auf die Sau anstoßen und freuen uns auf die nächsten 30 Jahre mit euch!

Bis dahin wünschen wir euch erstmal eine gute Zeit und einen guten Start ins Jubiläumsjahr 2021!

Euer Team der Schwulen Sau