Sau-Logo 2019 Schwule Sau

23.05.2021

Disko Jutta und Judith Bloch zum CSD 2021

Den jetzt schon legendären musikalischen Beitrag von Disko Jutta und Judith Bloch zum diesjährigen CSD könnt ihr auf YouTube noch einmal ansehen!

15.01.2021

Die Schwule Sau ist in Gefahr!

Durch dringend erforderliche Sanierungsmaßnahmen in Millionenhöhe ist die Schwule Sau Hannover zu ihrem 30. Jubiläum akut in ihrer Existenz bedroht.

Durch unsere bewegte Geschichte, die 1991 begann, und unsere nicht gewinnorientierte Arbeit haben wir es zu überregionaler Bekanntheit mit einer bundesweit nur noch selten anzutreffenden Struktur gebracht.

Wir organisieren hier ehrenamtlich nicht nur Partys, sondern auch aufwendig inszenierte Barabende, Konzerte, Lesungen, Diskussionveranstaltungen und Theatervorstellungen. Darüber hinaus sind wir beispielsweise durch unseren Einsatz für queere Geflüchtete und unsere aktive Teilnahme beim CSD Hannover auch auf der politischen Ebene vertreten und bieten queeren Menschen einen geschützten Raum.

Dieser Raum ist nun aber stark gefährdet. Die Stadt Hannover hat im November als Vermieterin klargestellt, dass das Gebäude dringend einer Sanierung bedarf, deren Kosten sich nach üblichen Berechnungsschlüsseln auf über eine Million Euro belaufen. Diese nur grob geschätzten Kosten kann die Stadt nicht übernehmen und deswegen droht uns eine Kündigung des Mietverhältnisses, sollte keine andere Lösung gefunden werden.

Eine Schließung der Sau würde einen dramatischen Verlust für die Queer-Community in Hannover und darüber hinaus bedeuten. Dies gilt es mit allen Mitteln zu verhindern! Wir stehen dazu sowohl mit der Stadt Hannover als auch mit lokalen Vertretern der Politik in Kontakt, in der Hoffnung, gemeinschaftlich eine Lösung zu finden und den Fortbestand der Sau sicherzustellen.

Über neue Entwicklungen halten wir euch wie üblich hier und via Social Media auf dem Laufenden! Solltest du dich übrigens professionell mit der Erstellung von Sanierungsgutachten auskennen (Bedarfsermittlung) und bist willens, uns pro bono eines zu erstellen (dies allein würde nämlich etwa schon 50.000-100.000 Euro kosten), so melde dich gern!

02.05.2020

Ein großes Dankeschön...

Leute, wir sind überwältigt! Es gibt Momente, in denen man einfach sprachlos ist. Nach nur fünf Tagen haben wir unser Spendenziel von 7000 Euro erreicht und sogar übertroffen! Ihr seid Helden und habt uns zahlreich mit kleinen und großen Beträgen unterstützt.

Das gesamte Team der Schwulen Sau Hannover möchte daher an dieser Stelle ganz, ganz herzlich ein glückliches und buntes Dankeschön sagen! Wir freuen uns wirklich riesig über die Resonanz unseres Aufrufs und sagen nicht nur danke für die ausgesprochen großzügige finanzielle Unterstützung, sondern auch für den vielen positiven Zuspruch, das Mutmachen, die Hilfsangebote und den Zusammenhalt, den ihr bewiesen habt!

Eure Hilfe stellt nicht nur sicher, dass wir Miete und Nebenkosten eine Zeit lang weiter zahlen können. Auch die mit der Eröffnung (wann immer das sein wird) notwendige große Getränkebestellung sowie kleine oder große Reparaturen und Verschönerungen müssen ja bezahlt werden. Dies alles ist nun erst einmal gesichert, sodass wir jetzt hoffen, sehr bald wieder für euch da sein zu können!

Die Spendenkampagne ist nun beendet, die Corona-Krise aber leider noch nicht. Ihr steht uns in dieser schwierigen Zeit bei, und wir versuchen, wenigstens auf digitalem Wege weiter für euch da zu sein. Zusammen stehen wir das durch!

Nochmals vielen, vielen Dank für eure Hilfe,
euer Sau-Team

Ein digitales Antiquariat

Im Januar 1991 öffnete die Schwule Sau erstmals ihre Pforten und seit Juni 2002 findet ihr die Sau auch im Internet. Vieles hat sich seitdem getan, auch im digitalen „Neuland“. Nebst alljährlicher Verschönerungsprozesse in unseren Räumlichkeiten haben wir seit April 2014 auch eine neue Homepage mitsamt neuem Logo, und seit Kurzem ist unsere Seite sogar über https erreichbar! Doch könnt ihr euch noch erinnern, wie unsere alte Homepage ungefähr aussah?

Zeit für ein wenig Nostalgie!

04.06.2017

Redebeitrag zum CSD 2017

„Mitdenken“ allein reicht nicht!

Wir feiern hier heute nicht die weit verbreitete Langeweile der schwulen Mainstream-Kultur oder die hippe Scheiße der Event-Agenturen.

Wir feiern die tagelangen Straßenschlachten, die im Juni 1969 von der Christopher Street ausgingen! Wir feiern den Aufstand der Drag-Queens und Transsexuellen, der Schwulen und Lesben, der Queers gegen die ständigen Kontrollen und Schikanen der Polizei! Wir feiern die Latinas und People of Colour, die das Risiko der Verhaftung eingingen, um sich gegen Misshandlungen und Willkür zu wehren, denn sie waren die ersten, die den Aufstand wagten! Wir feiern, dass daraus eine Bewegung entstehen konnte, die es auch den heimlichen, den spießigen, den einsamen Homosexuellen ermöglichte, selbstbewusst leben zu können! Wir feiern die Wut und den Aufruhr der Ausgegrenzten, mit der sie uns allen ein freieres Leben erkämpft haben.

Ist es heute angesagt, die Drag-Queens, die Transmenschen, die Uneindeutigen, die Transen und Tunten, die Lesben, die queeren Geflüchteten zu feiern? Nein, nicht besonders. Für uns gibt es keinen Grund, die Langeweile und das Korrumpierende des Mitdenkens zu feiern. Wo Mitdenken nichts anderes bedeutet als Mitmachen, da machen wir nicht mit. Wir machen nicht mit bei einer Politik, die es geflüchteten Queers verweigert, hier bleiben zu können, obwohl sie in ihrem Herkunftsland verfolgt werden! Wir denken den rassistischen Müll nicht mit, den die Populisten und Populistinnen in ganz Europa auskotzen! Wir sehen uns angesichts der Geschichte des CSD in der eindeutigen Verpflichtung, queere Geflüchtete und alle von Rassismus und patriarchaler Gewalt betroffene Menschen zu unterstützen.

Es ist kein Zufall, dass es so gut wie keine schwulen, lesbischen, keine queeren Orte mehr gibt in Hannover. Die Unsichtbarkeit vieler Lesben und Schwuler führt zu der Illusion, die Enttabuisierung homosexuellen Lebens bedeutete automatisch die Unmöglichkeit der Wiederkehr von Verfolgung und Diskriminierung. Wir halten solches Denken für gefährlich. Die populistischen rechten Bewegungen und Parteien in ganz Europa, Russland und den USA zeigen uns, dass der Kampf um Emanzipation immer gefährdet bleibt, solange es keine umfassende, gleichberechtigte Teilhabe Aller an der Gesellschaft gibt.

Was wirkliche Toleranz von Scheintoleranz unterscheidet, ist das Wissen um die Unterschiede und das Akzeptieren des Anderen als Anderen. Wer nur unter der Bedingung akzeptiert wird, dass er oder sie sich der zweigeschlechtlichen Hetero-Gesellschaft anpasst, hat nicht gewonnen. Dem und der wird die Ruhe nur auf Kosten des Stillhaltens zugestanden.

Seid nicht still! Werdet hörbar, werdet sichtbar! Der CSD feiert nicht die Versteckten. Er feiert die, die sich nicht verstecken können und wollen. Wir brauchen schwule Orte, lesbische Orte. Orte für Trans- und Intermenschen und wir brauchen auch Orte für alle. Orte, in denen kein Begehren und keine geschlechtliche Identität in Frage gestellt wird – aber mit denen wir gleichzeitig das, was als normal gilt, in Frage stellen können. Wir brauchen mehr Orte wie die Schwule Sau, die seit 26 Jahren einen unkommerziellen Raum für alle bietet, ohne dass sich irgendwer unsichtbar machen muss. Wir brauchen in Hannover solche Orte zum Feiern, Saufen, Diskutieren, Singen, Tanzen, Küssen und Fummeln. Wir brauchen Orte, in denen sich alle wohlfühlen können, egal wo sie her kommen.

Wir, das Team der Schwulen Sau, machen heute zusammen mit den Queer Refugees Hannover unseren Stand auf diesem CSD und freuen uns über die schönen Abende und die Freundschaften, die durch unsere Zusammenarbeit entstanden sind. Wir rufen dazu auf, queere Geflüchtete zu unterstützen!

Wir feiern den Aufstand von 1969! Und wir feiern uns!