Lieber Gast, das ist die sau, das war sie und das wird sie sein:
Die Schwule Sau öffnet ihre Pforten nicht mehr nur deswegen, weil gerade Freitag ist.
In einem programmatischen Schritt hatten wir uns von der Diktatur des wöchentlichen Öffnungstages befreit
und machen die Sau fit für die Zukunft.
Es gibt eine monatliche Veranstaltung, die ihren angestammten Platz im Programm der Schwulen Sau behalten
hat. Die Sau-Party.
Da wird nicht dran gerüttelt; denn die
Erfolgsgeschichte dieser Partyinstitution wollen wir noch lange fortschreiben.
Und sonst? Eine regelmäßige Sau-Bar gibt es nicht mehr. Das ist Schade, weil für uns die Sau-Bar über lange Zeit
das Herz der Schwulen Sau war. Hier konnten sich Leute einbringen, Ideen umsetzen, Mottos exzessiv ausschlachten
und die Getränkevorräte schröpfen.
Aber Halt! Das ist weiterhin möglich! Es gibt Barabende. Es gibt welche mit Motto und welche
ohne. Es gibt die Sau-Bar mit großer Deko und die mit kleinem Plattenfundus. Nur verzichten
wir darauf, wenn niemand Lust und Zeit hat, diese Perlen zu züchten und zu präsentieren. Auf langweilge
Standardabende können und werden wir verzichten. Wir rufen dazu auf, sich über Ideen für die Gestaltung
eines Abends Gedanken zu machen. Eine Schwule Sau, die nur konsumiert wird, in der es kein Engagement gibt,
die nicht als Chance gesehen wird, sich einen Ort anzueignen und einen Raum zu gestalten, einen Abend zum
unvergesslichen Moment zu erheben - diese Schwule Sau wird es mit uns nicht geben.
Es gibt also außer der regelmäßigen Sau-Party unregelmäßig Öffnungstage. Das schließt auch
Theater, Gesang, Partys und sonstige Veranstaltungen ein.
Das bedeutet, dass ihr besser über das jeweilige Monatsprogramm informiert werden müsst. Dazu gibt es
Flyer, die in diversen Szene-Bars ausliegen. Es werden alle Termine in den hannöverschen Stadtmagazinen, im
hinnerk und auf der Homepage veröffentlicht - in Zukunft vielleicht auch mit Zusatzinformationen zu den Abenden.
Relativ neu ist der E-mail-Verteiler, den wir eingerichtet haben, damit ihr immer auf dem aktuellen Stand der
Dinge seit und keinen unser Events verpasst.
Lasst euch in der Schwulen Sau oder per mail auf den Verteiler setzen! Wir versprechen, euch nicht mit
mails zu zu müllen. Achtet auf Ankündigungen! Nutzt die Sau!
Du weißt nicht, was die Schwule Sau eigentlich ist?
Einfach ist es zu sagen: Die Schwule Sau ist ein schwul-lesbisches Kultur- und Veranstaltungszentrum mit Bar.
Aber wie hört sich das denn an!
Was bei uns zur Zeit stattfindet könnt ihr ja auf "programm" sehen. Das dürfte schon
einen ersten Einblick geben - aber sind Worte genug, um unser Kleinod in der niedersächsischen Tristesse,
unser To Have or to Have not in der größten Autobahnraststätte der Welt (Hannover, was sonst)
zu beschreiben? Nein. Und doch: Was bleibt uns übrig?
Die Schwule Sau ist ein Projekt, daß nur durch ehrenamtliche Arbeit betrieben wird und deswegen auch
nicht rund um die Uhr geöffnet sein kann. Das würde uns dann doch etwas überfordern. So haben
wir als einzig wirklich regelmäßigen Öffnungstermin die Sau-Party am 2. Freitag jeden Monats,
die für alle offen ist. Alle anderen Termine werden drumherum verteilt. Manchemal ist Sau-Bar.
Die hat jedesmal ein
anderes Motto - dementsprechend sind auch Deko und Musik. Es lohnt sich also immer vorbeizuschauen und
sich überraschen zu lassen!
Neben der Sau-Bar und den "normalen" Partys gibt's von Zeit zu Zeit Motto-Partys und ab und zu
Veranstaltungen auf der Bühne. Was da stattfindet reicht von Chanson über Kabarett und Theater
bis zu Konzerten mit Bands die ab und zu der Schwulen Sau die Ehre geben.
Getragen wird die Sau
vom "Sehr Anders Unterhaltend e.V." Die Verantwortung trägt, ebenso wie die organisatorische
Arbeit, das sogenannte Kollektiv. Aber funktionieren tut das nur, weil sich ca. 10 Leute, Schwule und Lesben
natürlich, ununterbrochen oder sporadisch um den Laden kümmern, hinter der Theke stehen, putzen,
dekorieren, reparieren, renovieren und sich Ideen aus dem Kopf saugen, um alles noch schöner und besser
zu machen. So läuft das.
Die Schwule Sau gibt es seit Januar 1991. Damals hatte sich eine Gruppe junger Schwuler und Lesben zusammen
getan, weil das entsprechende Angebot fehlte und es große Lust gab, sich einen selbstbestimmten Raum
zu schaffen, in dem ab von all den vertrockneten Kneipen, Diskos und Institutionen schwule und lesbische
Kultur mit Spaß selbst geschaffen und Anderen zur Verfügung gestellt werden kann. Da es keinen
Raum gab und die Suche schon eine Weile dauerte, entschloß man sich, einen leerstehenden Teil des
damals besetzten Sprengelgeländes in Hannovers Nordstadt zu besetzen - und fand vor allem eine Menge
Schutt und Arbeit. Aber schnell wurde die Sau geöffnet und das mit großem Erfolg. Dazu
zählten nicht nur die Bar-Abende, sondern auch die selbstinszenierten Theater-Aufführungen und
die Partys.
Mittlerweile haben wir einen Mietvertrag bekommen und sämtliche Bereiche legalisiert.
Wenn wir zudem noch die Zusammenarbeit mit anderen Bars, Vereinen und Gruppen weiter ausbauen können,
wird unser Programm in Zukunft sicher noch besser und abwechslungsreicher.
So, alles andere kannst du ja
erfragen, wenn du bei uns bist. Oder eine Mail schicken. Oder einen Brief.